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04. Oktober bis 18. November - Cornelia Martin-Garcia |
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Auszüge eines Textes von Rippel-Manß über Sandra Silbernagel
Die Skulpturen von Sandra Silbernagel sind erst einmal schweigsam,
zeitlos, ohne sichtbaren Gegenwartsbezug. Wir sehen Steingebilde, die
wirken, als habe jemand in eine roh bearbeitete Oberfläche einen Fremdkörper eingedrückt, ein ebenmäßig geschliffenes Gebilde. Hier ist es eine Pyramide, dort ein Würfel,
ein Kubus, oder eine lange Stelenform.
Man ist versucht, die Arbeiten mit Gegensatzpaaren zu erfassen. Sie sind
matt und glänzend, statisch und dynamisch, rau und sanft. Obwohl damit die Oberflächen beschrieben sind, hat man das Gefühl,
auch Eigenschaften des Steins zu benennen.
Für die moderne Bildhauerei ist eines der wichtigen Themen das Material, mit dem gearbeitet wird. Erst im 20. Jahrhundert hat sich die Vorstellung entwickelt, dass Bildhauer mit ihrer künstlerischen Gestaltung direkt auf das Material mit seinen Möglichkeiten und Beschränkungen
reagieren.
Sandra Silbernagel stellt sich mit ihrem künstlerischen Vorgehen in diese
Tradition.
Sie erforscht die Möglichkeiten des Materials Stein und geht dabei ihren ganz subjektiven Weg. Sie bearbeitet die Steine so, dass sie noch ihre Ausgangsform erkennen lassen. Die Künstlerin holt das Material dabei nicht ins Atelier, sie fährt hinaus, in die Natur, in die Stille eines abgelegenen Steinbruchs in Frankreich. Sie hat dort keinen Künstleraustausch,
keine Abwechslung, sie ist dort alleine. Wer so arbeitet, muss sich und
die gewaltige Natur, die archaischen Zeugen vergangener Erdzeitalter
ringsum, aushalten.
Die Steine, die ihr da begegnen, sind für sie nicht Material, mit dem sie eine Formidee umsetzt. Sie entdeckt vielmehr umgekehrt im Vorgefundenen die Idee, greift künstlerisch ein, um das Charakteristische, das Eigene des Steins zu erforschen. Sie zeichnet ihm strukturierende Linien auf, wo sie mit dem Werkzeug eingreifen will, sie entscheidet, wo sie die mineralische Rinde des Steins belässt, wo sich eine geometrische Form herausarbeiten lässt, die der Ausgangsform sozusagen gemäß ist. Die Frage nach dem "Schneiden" des Steins und dem "Konstruieren" bekommt in solchen Arbeiten eine besondere Bedeutung: Die geometrischen Formungen, die sie herausschält,
provozieren die Anmutung, der Stein besteht aus mehreren Teilen. Doch
er bleibt ein Ganzes.
Die Künstlerin legt tiefe Schnitte ein, die eine Grenzlinie vom Belassenen zum Gestalteten markieren. Durch Abtrag bildet sie dann innerhalb die geometrischen Formen, die scheinbar aus dem Steininneren wachsen.
Den geometrischen Formen gibt sie zusätzlich durch feinstes Schleifen einen völlig neuen Charakter. Die im Stein eingeschlossenen Spuren der Entstehung, Adern und Einschlüsse, scheinen auf, das reflektierende Licht gibt den geglätteten Flächen
einen tiefen und geheimnisvollen Glanz.
Der Schnitt um eine räumliche Form herum zeigt die Anwendung von Kraft, die Künstlerin hantiert mit schweren Maschinen. Trotzdem bleibt das Anlegen der Schnitte eine Art meditativer Akt. Es ist ein Wechselspiel von Reaktion und Projektion, von künstlerischer Eigenidee und Korrespondenz zum Naturgeformten. Die Naturform des Steines, was er einschließt an Formbarkeit, Struktur, Schönheit
und Dynamik, muss erkannt und gelesen und zum Sprechen gebracht werden. Der Stein
ist nicht mehr Material, er ist sozusagen Medium.
Sandra Silbernagel vermittelt uns mit ihren Stein-Arbeiten etwas von ihrem Respekt
vor dem Eigenleben und vor der Schönheit des Steins. Wenn wir freilich versuchen, solche Dinge, die auf der Ebene des Nicht-Rationalen liegen, zu formulieren, geraten wir in die Schwierigkeit, dass wir dafür eigentlich keine Begrifflichkeit haben. Es geht da darum - und das ist ein emotionaler Ansatz - sich in die Sprache der - unbelebten - Natur einzuhören und ihr zu antworten. Für
uns eilige und rational orientierte Zeitgenossen ist das allemal ein spannender
Ansatz. Die Kunstwerke vermitteln, trotz ihres kleinen Formates viel von der
archaischen Kraft der Natur.
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Weitere Besichtigungstermine nach telefonischer Absprache. Kontakt: Mahima Steinberg 02173-40 99 999 |
Jeden letzten Sonntag im Monat findet in der Flow Fine Art
Galerie in Hitdorf am Rhein von 11 - 14 Uhr eine Matinee
statt.
Bei einem Glas Sekt, leckeren Snacks und außergewöhnlicher
Live-Musik, führen wir Sie gerne persönlich durch die Ausstellung.